Achtsam sein – und dadurch sensitiver für das Umfeld und andere Menschen werden


Was ist Achtsamkeit?


Um dir Achtsamkeit zu erklären, möchte ich dem Gegenpol beginnen…


Kennst du das?


Du bist im Geist, in deinen Gedanken und Gefühlen ständig und unermüdlich unterwegs. Du bist mit deinen Gedanken in der Vergangenheit oder bereits in der Zukunft. Du überlegst, was gestern im Meeting hätte besser laufen können und wie du dich morgen im Mitarbeitergespräch verhalten wirst. Du bist mit deinen Gedanken für ein paar Sekunden in der Vergangenheit und gleichzeitig schon wieder in einer Vorstellung der Zukunft. Und dann sind da noch all die offenen Pendenzen, die eigentlich bereits seit gestern erledigt sein müssten. Mit denen du dich aber frühestens morgen beschäftigen kannst. Dazu kommt, dass deine Zeit ständig knapp ist und alles so schnell wie möglich erledigt werden muss.


Du bist mit deinen Gedanken also gerade recht beschäftigt. Mit allen möglichen Szenarien und Vorstellungen. Es gibt viel zu erledigen, zu durchdenken und vorweg zu nehmen…


Nun… dieser Zustand würde ich als das Gegenteil von Achtsamkeit benennen: du bist überall. Nur gerade nicht im jetzigen Moment.



Nun kommt Achtsamkeit ins Spiel…


Achtsamkeit heisst so viel wie: du lenkst deinen Fokus, dein Bewusstsein ganz auf den jetzigen Moment. Du bist in Gedanken ganz bei dem präsent was du gerade tust. Du bist NICHT bei einer Erinnerung an die Vergangenheit (z.B. beim Meeting von heute Morgen) noch lenkst du deine Gedanken auf ein zukünftiges Ereignis (z.B. das Abendessen mit deinem Partner heute Abend).


Du ruhst in diesem Moment, in dem du gerade bist. An diesem Ort, an dem du dich gerade befindest, mit diesem Menschen, mit dem du gerade zusammen bist oder dem Kaffee, den du gerade in diesem Moment trinkst. Es gibt nichts anderes. Du nimmst diesen einen gegenwärtigen Moment ganz bewusst wahr.


Hört sich vielleicht wie ein kompletter Perspektivenwechsel an? Ist es auch.


Denn, bist du vollständig im jetzigen Moment präsent und bewusst, steigst du für einen Moment aus deinem gewohnten Alltagsbewusstsein aus.


Das wird dein Gehirn fordern. Und gleichzeitig Auffordern, einen neuen Blickwinkel einzugehen oder zumindest zu entwickeln. Dies muss zuerst Mal geübt werden. Und Achtsamkeit ist wie alles andere im Leben reine Übungssache.


Inwiefern ist Achtsamkeit für dich als Führungsperson interessant?


Nun, eine ganze Menge. Einerseits wirst du im Prozess des Achtsam-werdens ein besseres Gefühl für dich selbst entwickeln. Du achtest dich bewusster auf deine täglichen Gedanken und Gefühle. Trotz stressigem Alltag. Dies hat positive Auswirkungen auf deinen Körper und deinen mentalen Zustand. Du gibst deinem Körper die Möglichkeit zwischendurch mal durchzuatmen, zu entspannen und Stressenergie abzubauen.


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Was passiert auf Körperebene wenn du achtsamer wirst?


Dein Körper schüttet weniger Stresshormone wie Adrenalin und Noradrenalin aus. Dein Nervensystem drosselt seine Aktivität und deine Gehirnwellen schwingen in einer niederen Frequenz.

An dieser Stelle möchte ich kurz auf die Gehirnwellen eingehen, da diese eine entscheidende Auswirkung auf deinen mentalen Zustand, resp. Entspannungsfaktor haben.


Hier eine grobe Übersicht, wann du dich in welcher Gehirnwellen-Frequenz befindest:


Beta-Frequenz:

Du bist hellwach, aufmerksam. Dein Verstand ist vollumfänglich eingeschaltet, du analysierst, suchst nach Lösungen, bist auf das Aussen konzentriert.


Alpha-Frequenz:

Du bist wach aber entspannt. In der Alpha-Frequenz befindest du dich morgens wenn du gerade aufwachst oder abends kurz vom dem Einschlafen. Deine Gedanken rücken etwas in den Hintergrund, dein analytischer Verstand ist nicht mehr stark aktiv. Dein Körper ist entspannt. Deine Selbstwahrnehmung präsenter, da du nicht alle Gedanken und Gefühle über deinen Verstand einordnest.


Theta-Frequenz:

Leichter Schlaf oder sehr tiefer Entspannungszustand. Auch tiefe Trancezustände.


Delta-Frequenz:

Tiefer, traumloser Schlaf, kein bewusstes Wahrnehmen der Umgebung.

Inwiefern sind die unterschiedlichen Gehirnwellenfrequenzen interessant für dich?


Empfindest du Druck auf der Arbeit, hast Konflikte mit Mitarbeitern oder Vorgesetzten, vielleicht zusätzlichen Zeitmangel oder weitere Stressfaktoren, befindest du dich im oberen Bereich der Beta-Frequenz. D.h. dein Körper befindet sich einer Form von Stress. Es gibt Probleme zu lösen. Dein Fokus ist auf das Aussen gerichtet. Und du hast keine Zeit, dich um deine Wahrnehmung oder Gefühlsebene zu kümmern. Du musst zuerst deine Probleme, Pendenzen oder Herausforderungen im Aussen lösen.


Und das bedeutet: du hast weniger Bewusstsein für dich selbst und dein Umfeld. Eine völlig normale Reaktion. Und für viele Menschen ein Dauerzustand. Selbst wenn sie nicht auf der Arbeit sind.


Praktizierst du nun Achtsamkeit, sprich, setzt dich einen Moment bewusst hin und entspannst deinen Körper sowie deinen mentalen Zustand, senkst du deine Gehirnwellenfrequenz von Beta in Alpha. Du «entstresst» dich und richtest deine Wahrnehmung neu aus. Nämlich auf dich selbst und als Folge davon auch auf dein Umfeld.

Nun hast du die Chance deine Mitarbeiter bewusster und empathischer wahrzunehmen. Du kannst leichter nachvollziehen was in ihnen vorgeht und verstehst ihren Standpunkt besser. Du veränderst deine Haltung ihnen gegenüber. Du blickst nicht mehr aus der gleichen Perspektive heraus. Dies gibt dir die Möglichkeit, dich je nach Situation anders zu verhalten und bestehende Herausforderungen anders anzugehen.

Daraus kann eine wertvolle Win-Win Situation für dich und deine Mitarbeiter entstehen.

Probiere Achtsamkeit doch mal aus…

Hier eine kleine Übung für den Alltag:


Nimm dir in deinem Arbeitsalltag 5 Min. Zeit und halte inne. Begib dich an einen Ort, wo es ruhig ist und du ein paar Minuten nicht erreichbar sein musst. Dann atme ein paar Mal tief ein und aus. Anschliessend achte dich was für Gedanken und Gefühle dich aktuell am meisten beschäftigen. Registriere und benenne sie kurz.


Dann atme bewusst in deinen Körper ein. Stell dir vor, wie du beim Ausatmen belastende Gedanken und Gefühle abatmest. Beim Einatmen verbinde dich mit der Vorstellung, Ruhe und Frieden einzuatmen (du kannst auch andere positive Verknüpfungen wählen, z.B. Entspannung oder Selbstsicherheit. Wähle etwas, was für dich und deine Situation gerade passt).


Wiederhole dieses ein – und ausatmen mind. 2 – 3 Minuten.


Zum Abschluss danke dir selbst dafür, dass du dir diese paar Minuten genommen hast um achtsam mit dir selbst zu sein.


Ziel der Übung ist, dass du dich bewusst auf den jetzigen Moment fokussierst. Dies tust du indem du bewusst atmest und dich auf das Ein – und ausatmen mit den verbundenen Schlagwörtern oder Gefühlen verbindest.


Kommen wir nun zum nächsten Schritt der Achtsamkeit:



Werde Beobachter anstatt ständiger Bewerter


Als weiteren Schritt der Achtsamkeit, erlaubst du dir für einen Moment nur Beobachter zu sein. Du nimmst den gegenwärtigen Moment bewusst wahr und registrierst diesen ohne in irgendeiner Form zu verurteilen. Du gehst in eine neutrale Position zu allem.


Nur Beobachter sein, stoppt deine bewertenden Gedanken im Alltag. Wir sind es gewohnt, uns meist sofort eine Meinung über alles und jeden zu machen:

über den Arbeitskollegen, der ständig zu spät bei der Arbeit erscheint, der Mitfahrerin im Zug, die ständig diese grauenhaften grauen Kleider trägt, die attraktive Bedienung im Kaffeeshop, die dich jeweils vorzüglich bedient, dein zuckersüsser, neuer Welpe der dein Herz zum Schmelzen bringt oder der übertrainierte, steife Muskelprotz im Fitnessstudio…


Wir sind also ständig in einer Form von Bewertung. Diese kann positiv oder negativ sein. Und es geht nicht darum ob du gerade im Recht bist oder nicht. Sondern, dich mal nur zu beobachten wann du gerade eine Form von Bewertung ausübst.

Kleine Bewerter- Übung zur Selbstreflexion:


Beobachte dich mal… Wie oft am Tag urteilst du?

  • Auf dem Weg zur Arbeit

  • Im beruflichen Umfeld

  • Im Restaurant, der Kantine oder im Café

  • Im privaten Bereich

Wenn dir negative Bewertungen auffallen, lasse sie mal so stehen wie sie sind. Es sind nur Gedanken und Gefühle. Du kannst sie jederzeit unterbrechen und deinen Fokus bewusst auf etwas positives richten. Was in deinem Leben macht dir Freude, läuft gut und erzeugt positive Gefühle in dir?

Beobachtest du dich immer wieder und erkennst negative Bewertungen und ersetzt diese mit positiven, baust du ebenfalls Stress in deinem System ab. Du fütterst deinen Körper und mentalen Zustand mit guten Dingen. Dadurch senkst du ebenfalls deine Gehirnwellenfrequenz und unterstützt die Entspannung deines Körpers.

Achtsamkeit kombiniert mit sensitiver Wahrnehmung


Sensitivität, resp. sensitives Wahrnehmen bedeutet: dein Umfeld und die darin enthaltenen Menschen bewusster erfassen können.


Wie funktioniert das?


Unbewusst nimmst du ständig Gedanken und Gefühle aus deinem Umfeld auf. Dies passiert bei allen Menschen (übrigens auch bei unseren Tieren) und ist völlig normal. Es ist keine spezielle Fähigkeit. Aber wichtig für dich: denn, nur minimale Anteile dieser Wahrnehmungen vom Aussen landen in deinem Bewusstsein. Und diese Anteile beachtest du wahrscheinlich nicht mal. Weil du es nicht gewohnt bist, diese wahrzunehmen.


Nun, diese Teilinformationen, die du von anderen Menschen empfängst, werden oft über veränderte Gefühlszustände, körperliche Empfindungen, Veränderung des energetischen Zustandes (z.B. plötzliche Müdigkeit usw.) oder weiteren Details registriert. Aber eben meist nicht wirklich bewusst. Du fühlst dich im Zusammensein mit jemand anderem einfach plötzlich anders. Vielleicht müde, erschöpft oder sofort top motiviert und glücklich.


Hier ein paar weitere Zeichen für sensitives Wahrnehmen:

  • veränderte Gefühlszustände während Gesprächen und Anwesenheiten anderer Menschen

  • Energiemangel, Müdigkeit – oder Erschöpfungszustände im Beisammensein mit bestimmten Menschen oder an bestimmten Orten und Plätzen (z.B. in Grossraumbüros, Einkaufscentern, Restaurants usw.)

  • Erzeugung von Begeisterung und weiteren positiven Gefühlen in einem Team, in welchem alle Mitglieder gute und motivierende Gedanken und Gefühle füreinander und die Arbeit hegen.

  • und viele weitere…

Unter sensitives Wahrnehmen gehen auch typischen Phänomene wie: du denkst an jemanden und kurz darauf meldet sich diese Person bei dir. Dies obwohl ihr länger keinen Kontakt zusammen hattet. Oder eine bestimmte Situation im Leben entwickelt sich genau so, wie du bereits im Voraus geahnt hast. Obwohl dies im Vorfeld nicht in geringster Weise ersichtlich war.


Dies sind alles Beispiele dafür, dass du unbewusst und intuitiv bereits die nötigen Informationen dazu empfangen hast. Und eine Teilinformation davon in dein Bewusstsein gerückt ist.


Weiter gibt es Menschen die über eine sehr stark ausgeprägte Sensitivität verfügen und deshalb Energien im Umfeld intensiver als andere wahrnehmen. Also, im wahrsten Sinne des Wortes feinfühliger sind.

Achtsamkeit gepaart mit Sensitivität


Inwiefern hängen nun Achtsamkeit und Sensitivität zusammen?


Wichtig zu wissen ist: je achtsamer, also je entspannter und bewusster zu bist, umso besser funktioniert deine sensitive Wahrnehmung. Das hat damit zu tun, dass deine sensitive oder auch intuitive Wahrnehmung mehr Platz in deinem Bewusstsein bekommt.


Vergiss nicht: deine Gehirnwellenfrequenz senkt sich bei Entspannung vom Beta - in den Alpha-Bereich. Dadurch tritt dein analytischer Verstand einen Schritt zurück und es können mehr Informationen in dein Bewusstsein kommen, die deine Gefühlsebene und deine Intuition betreffen.


Sensitive oder intuitive Wahrnehmung kann dir also Hilfe bieten im Umgang mit deinen Mitarbeitern. Denn, je bewusster du deine Intuition im Umgang mit anderen Menschen nützen kannst, umso mehr Möglichkeiten liegen in deiner Hand. Du hast die Möglichkeit bessere Entscheidungen zu treffen und andere Verhaltensweisen zu zeigen. Du wirkst empathischer und verständnisvoller.


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